Aus Hemiplegie von Patricia Davies, 2. Auflage, Springer Verlag, ISBN 3-540-41794
Seite 15 unten und 16 oben

Kein Hirnbereich ist so spezialisiert, dass er nur eine einzige Funktion steuern würde. Wie es Mountcastle (1978) formuliert: "Eine Läsion lässt sich lokalisieren, aber nicht eine Funktion". Und Ruskin (1982) beschreibt, wie selbst die einfachste Verrichtung etwa einen Apfel aus der Schüssel zu nehmen, die Beteiligung nahezu des gesamten Zentralnervensystems und ebenso des gesamten muskuloskelelalen Systems erfordert.

So ist auch die Fähigkeit, sich zu erinnern und Informationen zu speichern oder anders gesagt, die Fähigkeit zu lernen, nicht von irgendeinem einzelnen Teil des Gehirns abhängt, wie früher angenommen wurde. Neueste Forschungen unter Einsatz von Positronenemissionstomographie (PET) haben gezeigt, dass selbst bei den einfachsten Erinnerungsvorgängen tatsächlich viele verschiedene Hirnregionen aktiv sind und lediglich spezifische Ansammlungen von Nervenzellen. Laut Professor Steven Rose (zitiert in Geary 1997) ist es unmöglich zu sagen, wo genau im Gehirn eine bestimmte Erinnerung lokalisiert sein sollte. "Gedächtnis ist eine dynamische Eigenschaft des Gehirns als Ganzem und nicht irgendeiner spezifischen Region"




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