Die Reformation braucht eine Reform nach 500 Jahren

Vor 500 Jahren begann die Reformation. Das Gebet "Vaterunser" bleibt unverändert: "Vater unser im Himmel." Aber über den Wolken und im Weltraum ist nichts zu finden. Zu Zeiten Luthers war es nicht möglich, den Himmel über uns zu erforschen, nur Regen, Sonne, Wind usw. kamen von oben, eben vom Himmel. Der Tagesablauf wurde vom Wetter bestimmt. Daher war es leicht anzunehmen, dass wir vom Himmel aus gelenkt werden. "Vom Himmel hoch, da komm ich her", war und ist wörtlich gemeint. Der Spruch aus Lukas 2:14 "Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" passt ebenfalls. Oben über den Wolken wirkt Gott und auf der Erde lebt der Mensch. Die Kirchen wurden hoch gebaut, dem Gott näher.
Am 12. April 1961 stellte Juri Gagarin fest: "Der Himmel ist leer". Ein Umdenken wurde notwendig. Inzwischen wird der Ort des Himmels diffus erklärt (vierte Dimension (Jesuit Prof. Hans Goller), hinter der Milchstraße ist noch viel Platz, Entfernung ist unwichtig, den Gott kann alles). Fast unbemerkt wird der Himmel heute anders definiert.

Wie und wo wirkt also Gott?
These: Es sind die persönlich machbaren Erfahrungen, dass wir nicht frei entscheiden, sondern durch einen Helfer behütet und gedrängt werden "Die Ahnung ist die Quelle der Religion." formuliert Jakob Bosshart - Schriftsteller, 1862-1924. Es bedarf kein Gottesmodul, um die religiösen Aktivitäten zu erklären. Religion ist Einsicht. Nur einen kleinen Teil unseres Tuns bestimmen wir selbst. Wir folgen Anweisungen im Tun und Sprache. In der Neurobiologie nennt man dies Appetenz - Handlungsdruck von innen.

Heute wissen wir, das Gehirn ist deutlich aktiver als gedacht. Ca. 86 Milliarden Neuronen und eben so viele Astrozyten sind aktiv, suchen Lösungen. Es ist ein gewaltiger und wissender Mikrokosmos in uns aktiv! Die Neurotheologie sucht leider mit einfachen Ansatz (Gottesmodul, Regelkreise). Ein Vergleich: Auf der Erde tun ca. 8 Milliarden täglich, im Gehirn kämpfen über 80 Milliarden Neuronen ums tägliche Brot. Davon merken wir außen wenig. Im Traum erleben wir Details davon. Der Mensch denkt, die Glia lenkt.

Über die Sprache (zeitliche Korrelation von Sprache und nonverbalen Vorgang) haben wir Zugang zu diesem Mikrokosmos in uns und dieser gibt mit all seinem evolutionären Wissen und der Neuron-Glia-Interaktion Hinweise zurück. Beten und Meditation sind Kontaktaufnahme mit dem Mikrokosmos in uns.

Mit der Annahme, dass Gott in uns wirkt, optimiert dieser egoistisch, sichert die eigene Existenz. Und je nach Sprache bemerken wir den Mikrokosmos in uns unterschiedlich. Dies ermöglicht eine Neubewertung der Bibeltexte. Der Teufel ist ein Teil des wirkenden Gottes in uns. Dieser Teil bejaht Lüge, Betrug, Gier, Verdrängung usw. Viele Bibeltexte beschreiben dieses menschliche Tun. Nur weil wir den anderen brauchen (Arbeitsteilung), sind wir gütig, helfen wir. "Wie ich Dir, so Du mir." Die Gebote in der Bibel zeigen, dass der Mensch eigentlich ein Egoist ist. Die Gebote sollen diesen Egoismus bändigen.

Im Gehirn ist ein allgemein gültiges Prinzip ist verwirklicht, gewachsen mit der Evolution. In der Wirtschaft nennt dies Adam Smith die "unsichtbare Hand". Es ist inzwischen geklärt, wie diese Hand wirkt (Konkurrenz, Angebot und Nachfrage).

Fazit: Nach 500 Jahren den Gott vom Himmel holen.

Zähler ab 12.4.2017
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