Laut Gliathese realisieren Erregungsleitungen Funktion. Erregungsleitungen sind letztlich verkettete Fließgleichgewichte. Fließgleichgewichte leben im dissipativen Fluss. Der status quo wird angestrebt. Abweichungen nach unten und oben stören.
Schlaf ist ein Zustand der äußeren Ruhe.
Als Traum im engeren Sinne wird das psychische Erleben im Schlaf bezeichnet.
Bei der Vielfalt an Strakturen ist es unmöglich, die Strakturen gleichmäßig zu nutzen. Dies ergibt Abweichungen von status qou in den Fließgleichgewichten der beteiligten Neuronen. Störungen zeigen sich in abweichenden Mengen der beteiligten Substanzen (zu viel oder zu wenig). Wie diese ausgleichen? Bei Unterbelastung einfach feuern oder bei Überbelastung nichts tun? Dies wären massive Störungen in der Informationsverarbeitung. Ein Muskel würde grundlos zucken, die Motorik wäre ein Chaos.
These:
Dies wird schon bei Regenerative und Kalibrations-Hypothese erwähnt. Strakturell ist eine detaillierte Beschreibung möglich.
Unterbeanspruchung bewirkt ein zu viel an Substanz, genannt Stauung. Überbeanspruchung verbraucht zu viel. Zu wenig Substanz, gemessen am status qou, ist vorhanden (Auszehrung).
Neurone sind über die Erregungsleitungen verbunden. Die Aktivität eines Neurons aktiviert nachfolgende Neurone. Die verhindert den Ausgleich im einzelnen Fließgleichgewicht. Einzelne Fließgleichgewichte befinden sich bereits im status quo, andere haben noch zu viel oder zu wenig an Substanz. Also werden immer nur große Abweichungen in den Schlafphasen ausgeglichen.
Indem der Wille die normale Kausalität unterbricht, schafft dieser Ungleichgewichte. Wenn der Wille den Appetenzgefühlen widerspricht, so ist das Schlafbedürfnis höher.
Schlaf ist nicht an bestimmte Zeiten gebunden. Das Schlafbedürfnis korreliert mit der Länge der Wachphase, den abweichenden Entscheidungen des Willens und den ungewohnten, nicht vorhersehbaren Umweltanforderungen.
Mehr als Erreichen der Sollwerte (status quo) ist nicht möglich. "Vorschlaf" schädigt, weil sich die Fließgleichgewichte an die geringere Beanspruchung anpassen. Dies weiß jeder Sporttrainer.
"Schlafentzug entfesselt die Gefühle", so die Aussage in wissenschaft.de. Fehlt Schlaf, so geraten immer mehr Fließgleichgewichte außerhalb ihrer Sollwerte. Der Wille wird entsprechend gedrängt.
Als Traum werden gewöhnlich Scheinerlebnisse im Schlaf bezeichnet. Irgendwo werden diese Erlebnisse im Gehirn generiert.
Im Traum ist die Kommunikation zur Umwelt eingeschränkt, aber nicht unterbrochen. Starke Sinnesreize werden dennoch verarbeitet und beeinflussen den Traumverlauf.
Im Gehirn gibt es Neuronen und Gliazellen. Für die Erregungsleitung sind die Neuronen zuständig. Träume werden demnach in den Neuronen generiert.
Neurobiologisch beruht der Traum auf einer autonomen neuronalen Aktivität. Neurone feuern chaotisch ohne Ursache, ohne Eingangserregung an den Dendriten. These: Und die ausgelöste Erregung läuft eben entlang der verfestigten Erregungsleitungen und diese aktivieren damit Bruchstücke von Engrammen. Und letztere ergeben eben diese Scheinerlebnisse im Traum.
Normalweise darf eine Neuron erst bei Eingangserregung an den Dendriten feuern. Was passiert, wen eine Neuron ohne Ursache feuert, um z.B. überschüssige Transmitter los zu werden ? Die Informationsverarbeitung wäre gestört! Unkontrollierte Bewegungen würden sich ergeben, ungewollte Laute formuliert, vitale Regelkreise wären gestört usw. Die ausgelöste Erregung läuft entlang der verfestigten Bahnen. Engramme oder Bruchstücke davon werden reaktiviert.
Die Erregungsleitungen enden bei den Erfolgsorganen. Meist sind dies Muskeln. Um Verletzungen zu vermeiden, muß die Motorik im Traum gehemmt sein (Unterdrückung des Muskeltonus im Stammhirn). These: Und genau dies passiert, aufwendig organisiert, in den Traumphasen.
Die Motorik der Augenmuskeln oder kleine Fingerbewegungen können keine Verletzung bewirken, diese Motorik muß nicht gehemmt werden. REM ist so erklärbar. Aber es besteht kein Zusammenhang der Bewegungsmuster der Augen und den im Traum gesehenen Bildern. Richtig dagegen ist: Beim Erfassen der Bilder mussten die Augen bewegt werden, dies wird im Traum wiederholt! Warum? Weil die Erregung eben nicht willkürlich, sondern auf ganz festgelegten Erregungsleitungen durchs Gehirn rast!
Beim Einschlafen sind Zuckungen zu bemerken. Die Motorik ist noch nicht blockiert, die Neuronen feuern bereits. Spontane Zuckungen deuten an, das der Traum schon begonnen hat. Die Reizschwellen sind erniedrigt. Die Neuronen feuern.
Träume beziehen sich hauptsächlich auf die Außenwelt. Dies ist verständlich. Die Vitalfunktionen werden gleichmäßig beansprucht. Anders bei den Reaktionen zur Außenwelt. Dort wird ständig Anpassung erforderlich, Fließgleichgewichte nicht "normgerecht" benutzt. Der "status quo" ist gestört.
Durch die Aktivität im Traum werden Engramme verfestigt, andere, fehlerhafte gelöst. Francis Crick und Graeme Mitchinson formulieren: "Wir träumen, um zu vergessen" und widersprechen damit Mark Solms Thesen. Aber es ist laut obigen Gedanken kein Widerspruch.
Träume sind laut Gliathese Bruchstücke von Engrammen. Und die durchs Gehirn rasende Erregung schuppst andere Erregungsleitungen an. Aber nicht willkürlich, sondern solche, die ebenfalls unterbeansprucht sind und durch irgendwelche vorherige Aktivität sich mit dem Auslöser der Erregung berühren (Stichwort: schwache Assoziation).