Thermodynamik und Effizienz

1. Zwang zur Einsparung

Lebewesen sind auf Energie in Form von Nahrung angewiesen. Dies ist Folge der Ordnung und des dissipativen Seins. Diese Abhängigkeit macht abhängig, bewirkt einen Druck zur Einsparung (Effizienzdruck).
Folgerung:

Von zwei möglichen Zuständen wird sich jener mit weniger Energiebedarf durchsetzen.

2. Arbeitsteilung

Arbeitsteilung spart. Dies läßt sich mathematisch berechnen, (siehe). Adam Smith hat dies am Beispiel der Nadelfabrik erörtert. In einem System ist die Arbeitsteilung zwangsläufig. Arbeitsteilung spart und differenziert das System in funktionelle Teile.

3. Funktionelles System

Ein Gesamtsystem besteht aus vielen funktionellen Teilen. Diese erwirtschaften die Energie des Gesamtsystems. Aber dieser Energiepool ist gefährdet. Jeder funktioneller Teil strebt gemäß Punkt 1 nach optimaler Energienutzung. Dies ergibt einen Konflikt.

4. Konflikt

Wenn jeder funktioneller Teil für sich das Optimum an Energieausnutzung anstrebt, so ist das Gesamtsystem gefährdet. Das Optimum aus der Sicht des einzelnen Teils ist viel nehmen und wenig tun - siehe Punkt 1. Der optimale Zustand aus egoistischer Sicht wäre gefräßig und faul. Der gemeinsam erwirtschafte Energiepool wäre bald geplündert. Aber dieser Konflikt ist lösbar: Der Energiepool bedarf einer Verteilung!

5. Verteilung

Das funktionelle Teil muss dann optimal versorgt werden, wenn dieses seine funktionelle Leistung in der benötigten Menge erfüllt. Bei keiner oder wenig oder zuviel an funktioneller Leistung gibt es keine oder wenig Energie. Erst bei einer Aktivität in benötigter Menge erfolgt die optimale Versorgung. Und da der funktionelle Teil diesen Zustand gemäß Punkt 1 anstrebt, wird dieses funktionelle Teil genau in der richtigen Menge funktionell aktiv. Damit wäre nicht nur der im Punkt 4 erwähnte Konflikt gelöst, sondern die Verteilung steuert auch die Menge an Funktion.

6. Realisierung

Wie die Verteilung realisieren? Der Verteiler ist doch selbst ein funktionelles Teil. Gemäß Punkt 1 wird dieser nur widerwillig Energie für andere abgeben. Aber es gibt eine Lösung.

Dieses Beispiel zeigt einen Lösungsansatz:

Funktionell abhängige Teile werden aus einem Energiepool versorgt.

Der Verteiler ist also keine Instanz, sondern ein Prinzip, bestehend aus vielen kleinen Energiepools zwischen den funktionellen Teilen = Selbstverteilung.
Es bedarf also keiner Verteilung, sondern nur einer Überwachung der Selbstverteilung über viele kleine Energiepools.

7. Fazit

  1. In einem funktionellen System ist eine Energieverteilung zwingend notwendig. Ansonsten zerfällt das System.
  2. Die Verteilung ist existenziell gefährdet, weil der Verteilung die einzelnen funktionellen Teile zwingt. Der Verteilung stört das Prinzip "viel nehmen und wenig tun." Das einzelne Teil ist bestrebt, sich der Verteilung zu entziehen. Ganz im Sinne von Punkt 1 mehr zu nehmen als die Leistung dies rechtfertigt.
  3. Wenn in einem System eine Funktion mangelhaft realisiert wird, so nicht das funktionelle Teil schuld, sondern die Selbstverteilung hat versagt.
  4. Je mehr funktionelle Teile, desto aufwendiger die Verteilung.

8. Beispiele

Ein Handwerker erhält nach Fertigstellung seinen Lohn. Aber eben nur, wenn die Leistung erbracht wurde. Der Auftraggeber prüft. Wegen der Entlohnung bemüht sich der Handwerker. Beide, Auftraggeber und Auftragnehmer, überwachen sich gegenseitig. Es braucht keines Dritten.

Nutzen und Aufwand entscheiden über eine Auftragsvergabe. Nur wenn der Aufwand lohnt, erfolgt die Auftragsvergabe. Die Bilanz zwischen Aufwand und Nutzen ist so ein kleiner Energiepool.

Die Marktwirtschaft realisiert genau das Prinzip der Verteilung. Aber eben nur, wenn kein Schwindel in der Verteilung passiert.

Die Notwendigkeit einer Verteilung ist ein Argument gegen die kommunistische Theorie.

Mandeville:"Der Allerschlechteste sogar fürs Allgemeinwohl tätig war". Erst bei Leistung erfolgt eine Entlohnung.

Wenn es z.B. durch schwache Gesetze möglich ist, nicht zu bezahlen, so wird sich schleche Zahlungsmoral häufen. Ganz im Sinne des Optimums aus Punkt 1.

Wenn eine Leistung nicht kontrolliert wird, so lohnt Schludern (weniger Zeitaufwand) und billiges Material. Wiederum wird das energetische Optimum aus all den Möglichkeiten gesucht.

Wird ein Lager oder eine Kasse nicht abgeschlossen, so wird geklaut. Wiederum ganz im Sinne des egoistischen Optimums.

Fairness einzuhalten ist aufwendig. Egoistisch betrachtet, funktioniert es besser ohne diese. Und da sind viele Varianten möglich (z.B. Korruption, Ausnutzung Monopolstellung, Schädigung der Konkurrenz, geringe Garantie, zögerliche Reklamationsbearbeitung, verlogene Werbung, Kleingedrucktes, psychologische Tricks, überteuertes Zubehör und Updates, Verkauf überlagerter Ware, Bestechung, Untreue).

Fördergelder widersprechen dem obigen Prinzip der Selbstverteilung. Ein Verteiler, welcher selbst energieabhängig ist, kann nicht neutral verteilen.

Der Staat ist ein schlechter Verteiler. Warum? Weil er als funktionelles Teil egoistisch handelt.




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März 2011