Die Astrozyten bewerten über viele kleine Reservoirs

Mittels dieser These lassen sich die bekannten Eigenschaften der Astrozyten einheitlich erklären.

  1. Die Notwendigkeit eines von den Neuronen abweichenden Zelltyps. Die Effizienzbewertung ist die einzige Funktion, welche das Neuron aus Prinzip nicht selbst kann.
  2. Die klaren funktionellen und strukturellen Unterschiede zwischen Astrozyten und Neuronen. Die Neuronen leiten die Erregungen und die Astrozyten bewerten.
  3. Jetzt wird klar, warum Neuronen über den Umweg Astrozyt ernährt werden. Nicht Filter, sondern Zuteilung nach Leistung. Die Ernährung steuert das Änderungsverhalten der Neuronen. Gutes Tun wird über Nährstoffe belohnt, mangelhafte Leistung durch Entzug bestraft. Ohne Astrozyten wären die Neuronen im Änderungsverhalten hilflos oder entarten. Es fehlen die Gliasignale.
  4. Am Neuron docken unzählige Synapsen an. Es wird eng am Neuron. Zusätzlich docken an diesen Synapsen Astrozyten an (dreiteilige Synapse, pap= peripheral astrocytic process). Mit Hilfsaufgaben ist dies nicht erklärbar. Laut Gliathese versorgen Astrozyten genau eine von vielen. Deshalb die vielen Astrozytenkontakte.
  5. Die Menge an Glia und deren Verteilung. Die Astrozyten befinden sich zwischen funktionell abhängigen Neuronen (besser Konnektom-Fasern). Bei hoher Flexibilität (Großhirn) gibt es mehr funktionelle Abhängigkeiten. Die Astrozyten sind dazwischen platziert und bewerten so.
  6. Die teils langen Strahlen der Astrozyten werden verständlich. Nicht benachbarte, sondern funktionell abhängige Neuronen werden versorgt. Die Neurone, welche von einem Astrozyt ernährt werden, sind funktionell abhängig.
  7. Nach Lernvorgängen verändern sich die Astrozytenkontakte. Geänderte Funktion ergibt geänderte funktionelle Abhängigkeiten. Die Astrozyten folgen, werden platziert zwischen den funktionell abhängigen Neuronen.
  8. Die geringen Nährstoffreserven im Gehirn sind nicht nur Platzmangel. Nur bei geringen Reserven funktioniert die Effizienzbewertung, weil dann der Mangel sofort spürbar ist. Nur bei geringen Reserven kann ein Neuron auf Veränderung schnell reagieren. Folgerung: Dort, wo Lernen passiert, sind die Reserven besonders gering.
  9. Neuronen, welche z. B. durch eine Läsion, ihre Funktion nicht mehr erfüllen können, werden durch Nährstoffentzug eliminiert (Apoptose). Die Astrozyten bewerten die Nichterfüllung als mangelhaftes Tun. Es ist ein Existenzkampf jeder einzelnen Zelle im Gehirn.
  10. Jedes Neuron ist baulich unterschiedlich, ganz speziell optimiert. Die Impulse zur Anpassung erhält das Neuron über die anliegenden Astrozyten. Die biochemischen Vorgänge sind ansatzweise hier formuliert.
  11. Es gibt nachweislich keine Zentrale, welche die Hirnveränderungen steuert. Die Steuerung findet im Detail vor Ort statt. Eben durch die Bewertung der Astrozyten und letztere gibt es überall. Ein Regelzentrum wäre bei der Menge an Details überfordert. Nur so ist die Heterogenität möglich. Jedes Neuron ist vor Ort optimiert.
  12. Forscher (Prof. Deitmer) zeigen im Jahr 2012 erstmals: "Gliale Sensoren tragen zur Feinkoordination von Bewegungen bei." (Quelle). Dies passt bestens zur obigen These.
  13. Die Astrozyten optimieren zwischen kleinsten funktionellen Zusammenhängen und in der Summe wird diese Optimierung an den großen Funktionen sichtbar (im Alter versagen die kleinen Zellfunktionen und dies führt zum Versagen der komplexen Funktionen).
  14. Das Gehirn nutzt zur Steuerung Naturgesetze (Effizienz, zweiter Hauptsatz der Thermodynamik) oder anders ausgedrückt: Es wird durch bekannte Naturgesetze gesteuert. Es bedarf keiner zusätzlichen und bisher unbekannten Kraft.
  15. Die Gliasteuerung laut obiger These brauchte die Evolution nicht erfinden. Schon mit der ersten Arbeitsteilung wurde auch die Nährstoffversorgung verzweigt. Aus dem anfänglich einem Reservoir wurden viele kleine.
  16. Neuronen knüpfen auf Verdacht neue Verbindungen und warten auf eine Belohnung durch die Astrozyten (ein passender Text dazu). Erfolgt die Belohnung, wird die Verbindung verfestigt (Bahnung). Das Ausbleiben der Belohnung führt zum Lösen der Verbindung (Jäten). Genau dies zeigt das Zappeln der Neuronen. Irgendetwas Tun, um dann über die Glia belohnt zu werden.
  17. Hier wird ein Steuerungsmechanismus beschrieben. Die Änderungen an Synapsen werden über Astrozyten realisiert, welche die Kontaktstellen der beiden Nervenzellen umschließen. Die Autoren betonen im Jahr 2012, die Astrozyten sind wohl doch nicht nur Versorgungszellen.
  18. Die Blut-Hirn-Schranke braucht die Astrozyten nicht, siehe. Die Astrozyten geben nach Leistung.
  19. Engramme werden verändert. Warum und wie? Engramme sind dissipativ gespeichert und damit veränderbar. Ständig wirkt die Interaktion zwischen Astrozyten und Neuronen. Laut obiger These werden diese energetisch optimiert. Störende Engramme verblassen oder werden angepasst. Das Weltbild wird egoistisch unbemerkt stimmend. Die Sprache wird unbemerkt egoistisch.
  20. Eine weitere wichtige Funktion der Astrozyten ist die Bewertung und Modulierung der neuronalen Aktivität. Neuronen bilden auf Befehl der Astrozyten neue Synapsen bzw. trennen bestehende Synapsen. Manche Neuronen können ihre Signale nur deshalb übertragen, weil benachbarte Astrozyten D-Serin und Glutamat beisteuern und in den Synapsenspalt sezernieren. Quelle
  21. Der US-Hirnforscher Phil Haydon erklärt: "Die Astrozyten scheinen zumindest manchmal sogar die Funktion eines Dirigenten zu erfüllen: Sie hören den Neuronen nicht nur zu, sie sprechen auch mit ihnen und erteilen ihnen Anweisungen". Prof. Steinhäuser meint: "Nervenkitt kommuniziert". Andere Forscher sprechen von intelligenter Glia: "Die Gliazellen geben vor und die Neuronen folgen". Mittels Gliathese ist dies einfach zu erklären.
    Über viele kleine Kanäle wird die Effizienz messbar. Im Streben nach bester Ernährung folgen die Neuronen der Nährstoffbilanz. Die Astrozyten sind also so intelligent wie ein Wasserrohr. Beide leiten.
  22. Neue Neuronen können sich aus Gliazellen bilden, eine Quelle
  23. Im Jahr 2014: Hauchdünne Fäden in den Astrozyten entdeckt, siehe
  24. Hirnforscher: Gier nach Geld ist angeboren, sondern so bewertet die Glia. Die Gier verändert, siehe
  25. Die Hebbsche Lernregel passt dazu: "Die Effizienz von Zelle A in Bezug auf die Erzeugung eines Aktionspotentials in B wird größer."
    albert Einstein: Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Missbrauch. Die wiederholte Belohnung einer Handlung verfestigt dieses (Prägung). Alternative Handlungen werden rezessiv schwach.
  26. "Die Menge an Glia korreliert irgendwo mit der Intelligenz", so eine Aussage. Wie dies mit der Gliathese deuten? Die Astrozyten widerspiegeln funktionelle Abhängigkeiten. Je mehr Konnektomfasern, desto mehr funktionelle Abhängigkeiten. Und desto mehr Astrozyten. Aber nicht nur die Menge ist wichtig, sondern auch deren korrekte Platzierung zwischen funktionell abhängigen Konnektomfasern.
  27. Je besser die Gliazellen, desto besser die Lernleistung.
  28. Die Astrozyten optimieren energetisch über Billionen kleiner Reservoirs. Engramme werden passend verändert. Funktionelle Störungen werden energetisch korrigiert (Selbstheilungskräfte). Da haben wir einen unglaublich mächtigen Helfer in uns. Aber dieser optimiert egoistisch, sichert unbewusst die eigene Existenz und verfälscht egoistisch die Sprache. Es ist eine unglaubliche Ordnung im Gehirn, gewachsen mit der Evolution.